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"Festa dei Falò" - Besuch einer Partnerschaftsgemeinde

Im Rahmen der Gemeindepartnerschaft mit dem italienischen Gemeindeverband Comunità Montana Acquacheta fuhr eine dreiköpfige Gruppe aus unserer Gemeinde am letzten Märzwochenende in die Gemeinde Rocca San Casciano aus Anlass der dortigen "Festa dei Falò" (Fest der Feuer). Schade, dass in der relativ kurzen Zeit zwischen Einladung und Termin keine größere Gruppe zu organisieren war, denn die Teilnehmer waren nicht nur von dem Fest, sondern auch von dem wiederum sehr herzlichen Empfang durch die Bürgermeisterin Rita Monti und  die Partnerschaftsbeauftragte des Zielortes Giuliana Bandinelli beeindruckt. Hervorzuheben war vor allem die freundschaftliche Betreuung durch Signora Serena Bambi, die nicht nur für Verpflegung, sondern auch Unterkunft in einer Wohnung des ehemaligen Rathauses ihres Wohnortes Portico gesorgt hatte. In einem Rundgang brachte sie den reizvollen Charakter eines typischen eng bebauten Appeninendorfes nahe und ermöglichte auch Begegnungen mit Bürgern dieses Ortes.

Die Festa dei Faló ist mit ihrer Originalität und Großartigkeit über die Grenzen der Provinz hinaus berühmt. Die Ursprünge stammen noch aus heidnischen - teilweise keltischen - Riten in dunkler Zeit. Man berichtet, dass bis ins 12. Jahrhundert hinein Feuer auf beiden Seiten des Flusses angezündet wurden um den Fluss zu besänftigen und so die oft verheerenden Überschwemmungen zu verhindern. Seit etwa 1700 wurde das Fest in die religiöse Feier des heiligen Josef (ursprünglich am 19. März) integriert und es wurden auf den Plätzen jedes Ortsteiles große Feuer entzündet, um die herum gespeist, getrunken und getanzt wurde. In neuerer Zeit kehrten die Feuer dann wieder an die Flussufer zurück und die verbliebenen zwei Ortsteile Borgo di Sopra (Flaggenfarbe blau-rot) und Rione Mercato (rot-weiß) errichteten jeweils einen haushohen Haufen vorwiegend aus Ginster, die nach der Segnung der Fackeln in  der Kirche sodann entzündet wurden.

Zwar gibt es diese Feuerfeste inzwischen auch in anderen Gemeinden des Appenin, das Besondere in Rocca San Casciano ist aber, dass hier die beiden Ortsteile einen Wettstreit um die bessere Ausgestaltung führen - dabei ist nicht unwichtig, wer dabei den größten Radau macht: beide Ortsteile veranstalten nacheinander ein fürchterliches Getöse von Knallkörpern.

Wenn dann ein Feuerwerk den Vorgang am Fluss beendet hat, finden nacheinander auf dem großen Platz, der sich zu diesem Zweck in eine riesige Disco verwandelt hat, zwei getrennte Umzüge beider Ortsteile  mit jeweils gewählten Themen statt, wobei man neben Fußgruppen auch imposante Festwagen ins Rennen schickt.

Zu den ohrenbetäubenden Discoklängen wird sowohl auf den Wagen als auch darum herum getanzt: die Mädchen außer mit dekorativem Kopfschmuck nur notdürftig bekleidet, die Ragazzi oft mit freiem Oberkörper und dies bei einer abendlichen Temperatur nur wenig über null Grad!

Welcher Ortsteil am Ende der bessere war, entscheidet  nicht eine Jury. Jeder der Beiden fühlt sich als Sieger und verspottet die Anderen mit lautem Geschrei.

Wer wirklich gewonnen hat, entscheidet jeder Zuschauer für sich selbst.




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